Marketa Lazarová

Frantisek Vlácils meisterhaftes, dunkel funkelndes Mittelalterepos in restaurierter Digital-Fassung

Zwei Söhne eines lokalen Barons tun sich durch allerlei Grausamkeit hervor - sie versäumen es aber, einen jungen Deutschen töten. Stattdessen wollen sie für ihn Lösegeld erpressen. Die darauffolgenden Clan-Streitigkeiten ergeben ein veritables «Game of Thrones» im Kleinen, wobei die junge Marketa Beute und zugleich Movens der Geschichte ist.

Die Gewalt ist in Frantisek Vlácils knapp dreistündigem Opus eingehegt in eine eigentümlich lyrische Weltsicht, die immer wieder den Fortgang der Handlung fast aufzuheben scheint. Ohnehin ist der Film nicht so sehr an einem Plot interessiert, sondern an Stimmungen und ungeheuer atmosphärischen Breitwandbildern. «Marketa Lazarová» entstand 1967 in der Teschechoslowakei und hat heute Kultstatus. Das Houdini bringt nun die prächtig restaurierte, digitalisierte Fassung ins Kino. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer doppelten Zeitreise belohnt - in eine Welt, die wir so bisher nur von Sowjetkünstlern wie Andrej Tarkowski oder Alexei German kannten, aber auch in eine Epoche, in der das Kino sich noch auf derartige cineastischen Abenteuer einliess.

Marketa Lazarová

von Frantisek Vlácil
mit Magda Vásáryová, Josef Kemr, Frantisek Velecký

Spielfilm
Action, Horror
Tschechien 1967, 165 Min.
Altersfreigabe: 16 J
Startdatum: 19.02.2017

Riffraff